Ein Mensch geht durch einen leeren Raum.
Ein anderer schaut ihm dabei zu.
Das ist dann schon Theater.

Peter Brook, Der leere Raum

Theaterpädagogische Projekte

Theaterpädagogische Arbeit hat inhaltliche, ästhetische, künstlerische, gruppendynamische und pädagogische Anteile, die je nach Zielgruppe und Projektart unterschiedlich gewichtet werden können.

Verschiedene Erfahrungsbereiche werden gestaltet, in denen  Teilnehmende in ihrer persönlichen Entwicklung und eine Gruppe in ihrer Teamfähigkeit, Gemeinschaftserfahrung und in der Konfliktlösung gefördert werden.

Mit theaterpädagogischen Methoden sind unterschiedliche Projekte möglich, die ich je nach Gruppensituation und Rahmenbedingungen in Zusammenarbeit mit Ihrer Einrichtung oder Ihrer Gruppe anbieten kann:

  • Entwicklung von freien Theaterstücken und Performances zu verschiedenen Anlässen, z.B. einer schulischen Projektwoche zu dem Motto „Fremde und Freunde“ oder einem Gemeindefest zum Thema Pfingsten
  • Auseinandersetzung mit inhaltlichen Themen durch theaterpädagogische Übungen, z.B. zu Gewaltprävention, digitaler Sucht, Mobbing, Liebe …
  • Konfliktlösung: Methoden aus dem „Theater der Unterdrückten“ von Augusto Boal: Statuentheater, Unsichtbares Theater, Forumtheater

Theaterpädagogische Projekte können zur qualitativen Hinführung und Entwicklung von Theater-Aufführungen in unterschiedlichen Kontexten angeboten werden. Meine Arbeitsweise ist dabei grundsätzlich, Szenen mit den Teilnehmenden über den Weg der Improvisation selbst zu erarbeiten. Das ermöglicht eine eigene Auseinandersetzung und Identifikation mit Rollen und Themen. Verschiedene Theaterformen (Statuentheater, szenische Collagen, Schauspiel, Experimentelles Theater, Maskentheater u.a.) sind dabei möglich.

Für Amateurtheatergruppen und LaienschauspielerInnen biete ich  Beratung, Begleitung und Fortbildung in

  • Körperarbeit, tänzerischen/choreographischen Elementen in Theaterstücken
  • Schauspieltraining und Rollenarbeit: Emotion, Haltung, Authentizität
  • Regie-Ideen: Vom Textheft zur Inszenierung
  • Einsatz von Verfremdungs-Effekten (nach Bertolt Brecht)
  • Einsatz von einfachen symbolhaften Requisiten

Für Lehrkräfte für Darstellendes Spiel und LeiterInnen von schulischen Theater-AGs biete ich Fortbildungen und Workshops zu den unterschiedlichen Lernfeldern des Faches:

  • Körper und Bewegung: Warming-ups, körpersprachliche Mittel, körperliche Ausdrucksfähigkeit, Bühnenpräsenz, Bewegungschoreographie
  • Rollenarbeit: Emotionen, Körperausdruck, Gestik, Haltung, Verwandlung, Authentizität
  • Regie: von der literarischen oder thematischen Vorlage zur Inszenierung, dramaturgischer Bogen

Didaktik/Methodik: Aufbau von theaterpädagogischen Einheiten, Vermittlung der Inhalte, Unterrichtsentwürfe

Bibeltheater

Im Bibeltheater werden biblische Geschichten in szenischen Improvisationen erschlossen, mit eigenen Bezügen verbunden und im Spiel zum Leben erweckt. Durch Körperarbeit, Bewegung, Sprache und Spiel mit einfachen Requisiten wie Stäben, Stühlen, Tüchern oder Masken entsteht ein Prozess von der Improvisation bis zur gemeinsamen Entwicklung einer szenischen Gestaltung. Dabei geht es mir nicht darum, eine Bibelgeschichte einfach nachzuspielen, sondern sie mit eigenen Erfahrungen zu füllen. Dadurch entstehen Szenen, die auch beim Betrachtenden eigene Bilder und Emotionen hervorrufen.

Bibeltheater kann in unterschiedlichen Theaterformen vorkommen, je nach Probezeit und personellen und räumlichen Bedingungen: Standbilder, Rollenspiel oder experimentelles Performance-Theater. Es eignet sich zur Aufführung z.B. im Gottesdienst oder bei Gemeindeveranstaltungen, es kann ein modernes Krippenspiel sein oder ein abendfüllendes Stück auf großer Bühne, z.B. auf einem Kirchentag.

Tanz-Improvisation

Wenn ich das, was ich ausdrücken möchte,
mit Worten sagen könnte,
würde ich nicht tanzen.

Mary Wigman

Ziel meiner Kurse in Tanz-Improvisation ist neben der Freude am tänzerischen Ausdruck die Erweiterung des individuellen Bewegungsrepertoires. Durch Übungen zur Körperwahrnehmung und grundlegende Tanztechniken werden das Körper- und Raumbewusstsein, der Bewegungsfluss und der Tanzausdruck geschult.

Mein Stil ist geprägt durch zeitgenössischen Tanz (contemporary dance), Bewegungsanalysen nach Rudolf von Laban, Contactimprovisation und Community dance (Royston Maldoom).

Moderner Ausdruckstanz bedeutet, der inneren Bewegtheit mit dem Körper Ausdruck zu verleihen. Dabei ist mir wichtig, dass jede/r auf natürliche Weise mit dem eigenen Bewegungsrepertoire tanzt.

Inspirationsquellen können Themen sein, wie die vier Jahreszeiten, Erde-Wasser-Feuer-Luft oder Nähe und Distanz, ein gemaltes Bild oder ein Kunstwerk, Gedichte, literarische Vorlagen und vieles mehr.

Improvisations-Muster als Struktur bieten einen spannenden Rahmen und ermöglichen gleichzeitig die Freiheit, der eigenen Intuition zu folgen. Sie  erweitern die eigenen Bewegungsmöglichkeiten und nehmen die Gruppe als Tanzende in den Blick. Improvisationsmuster für Solo-, Partner- oder Gruppen-Improvisationen können z.B. sein: Ebenen wechseln, Tanz mit einem Requisit, Stop and move, Führen und Folgen, Synchron und individuell, Domino, u.a.

Tanz-Improvisation unterrichte ich auf Anfrage in Kursen, Workshops und als Bildungsurlaub.

Tanztheater

Über den Weg der Improvisation mit innerer und äußerer Beteiligung der Teilnehmenden erarbeite ich mit Amateuren Tanztheater-Stücke.

Gesten, symbolische Handlungen, ritualisierte Bewegungen und freier Tanz werden zu einem Thema in Beziehung gesetzt. Einfache Requisiten verstärken den Ausdruck. Die improvisierten Bewegungen werden wiederholbar gemacht und dadurch aufführbar.

Die Tanz-Choreographie folgt dabei verabredeten Bewegungsmustern und Begegnungen, ohne durch einstudierte Schrittfolgen festgelegt zu sein. Vieles bleibt der Improvisation des Augenblicks überlassen.

Es werden Szenen entwickelt, die bei Betrachtenden eigene Bilder entstehen lassen.

Beispiele aus meiner Arbeit:

Tanz zu den Kunstwerken einer Ausstellung in der Plöner Nikolaikirche:

Als Choreographin des Kineo-Tanztheaters habe ich folgende Stücke inszeniert für Kleines Theater Schillerstraße, Geesthacht

  • Es ist, was es ist (2001)
  • Olymp und Wirklichkeit, Frauen begegnen Göttinnen (2000)
  • West Side Effekts (1997)
  • Die letzten Bilder einer Ausstellung (1996)
  • Des Lebens ewige Wandlung, Der Mythos von Persephone (1995)
  • Morgane, die Fee (1994)
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